Pressemitteilung Bündnis gegen Abschiebelager
Bündnis gegen Abschiebelager fordert Hitzeplan von Regierung

Aktuell wird deutschlandweit von der dritten Hitzewelle in diesem Sommer gesprochen. Auch wenn es wahrscheinlich nicht mehr so heiß wie im Juni und Juli werden wird, trifft es wieder die Menschen im Ankerzentrum besonders:

Im Ankerzentrum in Regensburg in der Zeißstraße leben ungefähr 350 Personen. Circa 100 Geflüchtete werden in sogenannten Wohncontainern untergebracht, die sehr schlecht isoliert sind. Deshalb leiden die Menschen darin bei Hitze unter Temperaturen teils über 40 Grad Celsius.

Schon im letzten „Hitzesommer“ war deshalb die Situation für die Geflüchteten unerträglich. Es standen ihnen keine Ventilatoren geschweige denn eine Klimaanlage zur Verfügung. Darin hat sich in diesem Sommer nichts geändert. Bislang waren sie schon zwei Hitzewellen ausgesetzt ohne dass sich die Regierung darum gekümmert hätte. In den kleinen heißen Zimmern leben stets mehrere Menschen. Besonders kritisch ist die Situation für schwangere Frauen sowie Babys und kleine Kinder.

Es gibt unterschiedliche Aussagen, ob in den Containern überhaupt Ventilatoren erlaubt wären. Denn einerseits werden den Geflüchteten alle Elektrogeräte aus Brandschutzgründen verwehrt. Gleichzeitig wurde uns berichtet, dass sie sich selbst Ventilatoren kaufen und verwenden könnten. Wie jedoch sollen Menschen, denen monatlich nur 102 € zur Verfügung stehen, dies bezahlen können, fragt sich Susanne Fischer vom Bündnis gegen Abschiebelager. Zudem sei es prinzipiell die Aufgabe der Regierung sich um die menschenwürdige Unterbringung der Geflüchteten zu kümmern. Bei Hitzewellen einzig mehr Trinkwasser auszugeben werde dem Problem keinesfalls gerecht.

Robert Hammer ergänzt: „Ende Juli wurde von der Agrarministerin mitgeteilt, dass Tiertransporte bei großer Hitze weder zumutbar noch rechtlich erlaubt seien. Wo bleibt die Anweisung, dass Menschen nicht in Räumen mit 40 Grad untergebracht werden dürfen? Die Geflüchteten fragen uns zurecht, wie es sein kann, dass sie in einem Industriestaat wie Deutschland so einer Situation ausgesetzt sind. Und warum sich niemand um sie kümmert.“

BgA fordert die Regierung auf, sich umgehend des Hitzeproblemes anzunehmen. Denn die Unterbringungssituation steht einzig und allein in der Verantwortung der Regierung und kann nicht auf ehrenamtlich Tätige abgewälzt werden. Die schnellste Maßnahme ist, dass die Regierung alle Zimmer mit Ventilatoren ausstattet. Darüber hinaus muss es möglich sein, dass niemand mehr in diesen Containern untergebracht werden muss.

Die Grundforderung des Bündnis gegen Abschiebelager Regensburg bleibt jedoch die Abschaffung des Ankerzentrums. Es hat sich vor 2 Jahren gegründet, um auf allen Ebenen gegen das Ankerzentrum zu kämpfen und die darin untergebrachten Geflüchteten solidarisch zu unterstützen.Im Bündnis sind verschiedenste Menschen ehrenamtlich aktiv.

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