BA-Initiativen betrachten ihr Engagement oft als Akt des zivilen Ungehorsams gegenüber dem Staat, der Abschiebungen vollstrecken möchte, die aus ihrer Sicht nicht menschenwürdig sind, weil den Betroffenen Elend, Obdachlosigkeit, Gewalt, Zwangsprostitution, Haft, Verfolgung oder Krieg droht. Dabei kann es um Einzelfälle gehen, in denen eine Abschiebung als menschenunwürdig angesehen wird, aber auch um eine grundsätzliche politische Einstellung, die Abschiebungen im Allgemeinen ablehnt, unabhängig vom Einzelfall.
BA ist damit sowohl praktischer als auch symbolischer Widerstand gegen eine herrschende rassistische Ausgrenzungspolitik. Wer gibt dem Staat und der Bevölkerung das Recht zu entscheiden, wer hierbleiben darf oder nicht?
Die Initiativen tragen dazu bei, die staatliche Abschiebungspraxis unter konsequenter Beobachtung und Kritik zu halten, und auch die Verfahren, die vor einer Abschiebung stattfinden, kritisch zu hinterfragen. Die Initiativen tragen auch dazu bei, die Lebensbedingungen für Geflüchtete in den anderen Dublin-Staaten öffentlich zu machen und zu kritisieren und für die Abschaffung der Dublin-Verordnung und eine andere Verteilungspraxis für Geflüchtete einzutreten.
BA wirkt ergänzend zum Kirchenasyl und Schutzstrukturen in den migrantischen Communities. Die vorhandenen Kirchenasylplätze reichen nicht aus, um ausreichend Schutz zu gewähren – tatsächlich ist die Bereitschaft der Kirchengemeinden, Kirchenasyl zu gewähren, gesunken, seit der Staat zunehmend repressiv agiert, z.B. mit Verlängerungen der Dublin-Überstellungsfristen auf 18 Monate (statt 6) und Strafverfahren gegen die Geflüchtete und Pfarrer*innen.
Illegalisierte leben meistens bei Freund*innen, Bekannten, Verwandten, die ein erheblich größeres Risiko der Strafverfolgung haben. BA kann hier den migrantischen Communities eine größere Rückendeckung verschaffen.