Infostand 23. Oktober 2019
Lückenlose Überwachung

Heute werden wir Zeug_innen einer Abschiebung. Um 16.15 wartet ein Polizist in einem zivilen Fahrzeug mit getönten Scheiben vor dem Eingang des Abschiebelagers. Währenddessen sind 2 Polizisten im Lager unterwegs. Sie bringen einen Geflüchteten mit Tasche zum Auto. Er wird von Freunden begleitet, deren Gefühle in einer Mischung aus Wut und Trauer sichtbar sind.

Erst viel später trauen sich Menschen zu uns zu kommen. Sie wissen nicht, ob diese Abschiebung angekündigt war. Aber sie erzählen uns, dass seit gestern in der Zeißstraße dasselbe Überwachungssystem wie in der Bajuwarenstraße eingeführt worden ist. Das heißt, dass alle, die das Lager verlassen oder zurückkommen, am Eingang ihren Ausweis zeigen müssen, so dass ihr Kommen und Gehen im Computer gespeichert wird. Einen neuen Ausweis haben sie jedoch nicht bekommen.

Hiermit ist diese Schikane und die lückenlose Überwachung auch bei ihnen angekommen. Für die Geflüchteten ist klar, dass dadurch Abschiebungen erleichtert werden sollen, indem jederzeit einsehbar ist, ob sie gerade da sind.

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